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ehemalige Bauerschaft Kämper
Haus-Nr. ab 1769:
Paderborn 154
Gehrken
weitere Besitzernamen : 1608 Matthäus Brückner (Pontanus) / Buchdrucker, vor 1854 Dr. Jofeph Chriftoph Gherhard Gehrken / Kriminaldirektor, 1854 Pristerseminar, 1869 Witwe Johann Füser / Küster, 1897 Otto Daniels, um 1960 Anton Temme / Kaufmann,
Fotos
Wohn- und Geschäftshaus 2020, Blickrichtung Nordwest
Wohn- und Geschäftshaus 2020, Blickrichtung Süd
Bei dem Vorgängergebäude lag die Front ca. auf Höhe des Baumes.
Geschichte
Am 19. März 1608 kauft Matthäus Brückner, vom Beruf Buchdrucker und beruflich Pontanus genannt (Bruggener lateinisch Pontanus) das Haus an der Ecke Kamp/Klingelgasse.
Das Pontanus-Haus in der Zeichnung des Jesuiten Collegium mit der 1728 abgerissenen Johanneskirche.
Er stammte gebürtig aus Hildburghausen in Thüringen und gründete 1597 die erste Buchdruckerei in Paderborn. Er verstarb 1624 in Paderborn. (Hierzu siehe Buch : [400 Jahre Buchdruck in Paderborn] Maria Kohle, Paderborn, 1997)
1853 wird das Haus durch das Pristerseminar vom Dr. Gehrken für den Neubau eines notwendigen zusätzlichen Pristersemiars erworben.
Rekonstruktion von Wilhelm Richter
Auszug aus dem Buch von 1902 :
Das Gehrkensche Wohnhaus blieb auch nach dem Bau des südlichen Priesterseminars 1854 noch längere Zeit Eigentum des Priefterfeminars und wurde vermietet. Da aber der schlechte bauliche Zustand deselben oftmalige und teilweise bedeutende Reparaturen notwendig machte, da außerdem manche jährliche Ausgaben für Feuerversicherung und Steuern hinzukamen, sah man diesen Besitz vielfach als eine Last an, umsomehr, weil man der festen Überzeugung war, daß das Seminar diesen Grundbesitz etwa als Bauplag niemals nötig haben werde. So wurde denn im Jahre 1869 das Gehrkensche Wohnhaus an die Witwe des Küfters Johann Füser für 6000 Tlr. verkauft, jedoch unter dem Vorbehalte, „daß beim jedesmaligen Wiederverkauf dem Priefterfeminar das Vorkaufsrecht zustehe, daß ferner Schenkwirtschaft oder ein anderes mit Lärm und Geräusch verbundenes Gewerbe in dem verkauften Haufe nicht betrieben werde, Daß endlich bei einem etwaigen Umbau die Grenze dem Seminargebäude niemals nähergerückt werden dürfe. Durch eine Gasse von durchfehnittlih 2 Meter Breite, welche alleiniges Eigentum unseres Seminars ist, ist das „Neue Haus“ von der verkauften Besitzung getrennt.“
(Hierzu siehe Kapitel 10 im Buch : Geschichte des bischöflichen Priesterseminars zu Paderborn vom Jahre der Gründung 1777 bis zum Jahre, Joh. Schäfers 1902)
Das Haus am Kamp westlich vom Liboribrunnen wurde im 2. WK 1945 bei Luftangriffen auf Paderborn zerstört.
Karten
Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830 (Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn)
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
(Die rote Markierung zeigt den ungefähren Standort des ehemaligen Gebäudes an.)
(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)
Dokumente
Wohn- und Geschäftshäuser, die um 1810 einen Wert von mehr als 1000 Taler in der Brandversicherung nachwiesen.
Schrägluftbild 1930er, Blickrichtung Nordost
Schrägluftbild 1930er, Blickrichtung West
Schrägluftbild 1960er, Blickrichtung Nord
Schrägluftbild 1980er, Blickrichtung Ost
Schrägluftbild 2020er, Blickrichtung Süd
Schrägluftbild 2020er, Blickrichtung Nord
Besitzer im Häuser-Verzeichniß von 1897
Verweise
Auskünfte
Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Altertumsverein Paderborn
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.
Sitz im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.
Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de





















