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ehemalige Bauerschaft Kämper
Haus-Nr. ab 1769:
Paderborn 139
Haus-Nr. ab 1877: A125 hinter der Mauer
Adresse ab 1897 : Liboristraße 3
1960: Liboristraße 1-3
heute zu : Liboristraße 3b, 33098 Paderborn
N.N.
weitere Besitzernamen : 1897 Bonifatius-Druckerei / Arbeiter, 1960 Bonifatius-Druckerei GmbH
Fotos
Druckerei in der Liboristraße um 1910, Blickrichtung Nordost
Die LBS (Landesbausparkasse der Sparkassen) in der Liboristraße 2025, die Nr.139 lag rechts, Blickrichtung Südost
Geschichte
1869 wurde die Druckerei „Bonifacius“ gegründet. Die Mitglieder des Bonifatiusvereins (dem heutigen Bonifatiuswerk) verbanden hier den wirtschaftlichen Auftrag, Gewinne für den Verein zu erwirtschaften, mit dem inhaltlichen Auftrag, katholische Publikationen zu verbreiten. Im Jahr 1875 wurde die Druckerei schließlich im Firmenregister eingetragen. Johannes W. Schröder war der Initiator und Kopf der jungen Druckerei. Das eigentliche Geschäft der Druckerei lag in den Händen des Druckers Heinrich Thiele. Die Druckerei war in zwei Hinterzimmern am heutigen Marienplatz untergebracht. In den turbulenten Zeiten wurde schließlich im Jahr 1873 ein Verlag gegründet, um die Vermarktung der Druckerzeugnisse zu verbessern. Neben dem „Bonifatiusblatt“ erschienen weitere Broschüren und ab 1878 das „LEO – Sonntagsblatt für das katholische Volk“, der Vorgänger des heutigen Magazins „Der Dom“. In der Zeit nach dem Kulturkampf erschloss der Verlag mit Publikationen aus dem Bereich der Belletristik neue Felder. Zudem wurde ein theologisches Fachprogramm entwickelt. Verlag und Druckerei genossen einen sehr guten Ruf. 1907 verlieh Papst Pius X. der Druckerei den Titel „Druckerei des Heiligen Apostolischen Stuhls“.
In den 1880er-Jahren führten einige Erweiterungen und der Umzug an den Liboriberg zu einem ansehnlichen Unternehmenssitz in der Paderborner Innenstadt. Zudem konnte endlich eine größere Druckmaschine angeschafft werden. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges wurde das Renommee weiter ausgebaut. Mit Publikationen wie „LEO – Sonntagsblatt für das katholische Volk“ erlangte Bonifatius sogar bundesweite Bedeutung. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde es verlegerisch immer schwieriger. 1941 wurde der „LEO“ eingestellt.
Im Januar 1945 trafen Bomben bei Luftangriffen die Gebäude in der Liboristraße. Dabei starben auch der Bonifatius Geschäftsführer Dr. Eugen Schüler, seine Frau und drei der vier Kinder. Am Ende des Krieges war Paderborn nur noch eine Steinwüste.
„Blick vom südlichen Ende der Liboristraße nach Norden. Links im Hintergrund der zerstörte Dom. Rechts im Bild ist die ehemalige Bonifatius-Druckerei zu sehen. Die beiden Holzkreuze im Vordergrund zeigen an, das hier noch Tote unter den Trümmern liegen“
Im Oktober 1945 erhielt Bonifatius von der britischen Militärregierung die Genehmigung zum Vertrieb und Verkauf von Zeitschriften, Büchern und anderen Veröffentlichungen. Auch das Drucken war wieder möglich. 1946 erschien mit „DER DOM” der Nachfolger des „LEO”. Zum 80-jährigen Jubiläum der Druckerei im Jahr 1949 war der erste Wiederaufbau-Abschnitt beendet und zwei Rotationsmaschinen waren wieder in Betrieb. 1989 zog die Druckerei in neue Räume an der Karl-Schurz-Straße.
Karten
Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830 (Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn)
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
(Die rote Markierung zeigt den ungefähren Standort des ehemaligen Gebäudes an.)
Kasseler Mauer / Liboristraße 3b Google-Earth
(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)
Dokumente
Schrägluftbild 1930er, Blickrichtung Nord
Schrägluftbild 1970er, Blickrichtung Nordost
Schrägluftbild 2020er, Blickrichtung Südwest
Besitzer im Häuser-Verzeichniß von 1897
Verweise
Auskünfte
Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Altertumsverein Paderborn
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.
Sitz im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.
Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de
















