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ehemalige Bauerschaft Kämper
Haus-Nr. ab 1769:
Paderborn 66
1831 Anbau von Nr. 67, danach zu Nr. 68
Haus-Nr. ab 1877: C44-45 Kampstraße
Adresse ab 1897: Kampstraße 21
heute : Kamp 21, 330986 Paderborn
Wesener
weitere Besitzernamen : 1914 Fritz Ostermann / Bäckermeister
Fotos
Dampf-Bäckerei Ostermann in den 1920er, Blickrichtung Nordost
Hinterhaus mit ehem. Bäckerei (heute Kunsthaus) 2025, Blickrichtung Nord
Schrägluftbild Rathaus und Rathausplatz in den 1930er, Nordwestseite
Geschichte
Die Gründung der Bäckerei Ostermann im Jahr 1897 durch Bäckermeister Fritz Ostermann, der eine Feinbäckerei an der Kampstraße in Paderborn eröffnete, hatte großen Anteil daran, das „Paderborner“ deutschlandweit bekannt werden zu lassen. Noch heute steht das kleine Gebäude der Bäckerei leicht versteckt hinter der Bank für Kirche und Caritas am Kamp und beherbergt hier das Künstlerkollektiv „Raum für Kunst“. Motor und Teigmaschine aus frühen Bäckerjahren sind noch im Ausstellungsraum zu sehen.
Das Gebäude wurde 1914 als „Dampfbäckerei Ostermann“ für Friedrich Ostermann errichtet. Der „Dampf“ im Namen deutet darauf hin, dass die Maschinen mit (damals sehr moderner) Dampfkraft betrieben wurden. Das „Paderborner Brot“ war mit Gründung der Firma Ostermann eine wichtige Brotsorte der Bäckerei. Bereits um die Jahrhundertwende lieferte Ostermann das Brot über die Stadtgrenzen Paderborns hinaus in „Brot-Spezialgeschäfte“ in umliegende Ortschaften. 1928 legte Ostermann dann den Grundstein für die „Paderborner Brotfabrik“ an der Driburger Straße. Von einem eigenen Bahnanschluss aus konnte das Brot nun in großer Menge in viele deutsche Großstädte versendet werden. Das Paderborner Brot wurde dadurch in ganz Deutschland bekannt, eine Spezialität, die man auch in Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden oder München genießen konnte, wie Hermann Tölle in der Libori-Zeitschrift von 1951 zu berichteten wusste. Das in der Regel aus „Wäytenkorn“, ein Gemenge zu einem Viertel aus Weizen und zu drei Vierteln aus Roggen und natürlich unserem Paderwasser hergestellte Brot, beherrschte zweitweise sogar den deutschen Markt, so Paderborns Bürgermeister Philipp Haerten in einer Rede auf dem Fest der Bäckerinnung 1930 in Paderborn. Auch nach Holland wurde es exportiert, mit England wurden Lieferverträge über das schmackhafte Brot geführt, dann aber kam der Zweite Weltkrieg.
Die Bäckerei ist im 2. WK bei Luftangriffen am 27.03.1945, wie auch das Vorderhaus am Kamp, bis auf die Außenmauern zerstört worden. Der Wiederaufbau erfolgte in den Jahren 1950 bis 1952. Das beliebte Landbrot wurde mit Wiederaufnahme der Produktion nicht nur in das Umland, sondern jetzt auch an Großbrothändler in Süd- und Norddeutschland sowie in das Rheinland geliefert.
www.stadt paderborn.de / (-13) Unser täglich Brot… ´N Paddaboana zun Anschneiden´
Karten
Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830 (Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn)
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)
Dokumente
Schrägluftbild 1930er, Blickrichtung Nord
Schrägluftbild 1970er, Blickrichtung Nord
Schrägluftbild 2020, Blickrichtung Nordwest
Besitzer im Häuser-Verzeichniß von 1897
Verweise
Auskünfte
Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Altertumsverein Paderborn
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V
Sitz im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.
Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de














