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wiki:paderborn_paderborn_stadt_0065

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ehemalige Bauerschaft Kämper

Haus-Nr. ab 1769

Paderborn 65

Haus-Nr. ab 1877: C43 Kampstraße

Adresse ab 1897: Kampstraße 17

heute : Kamp 17, 33098 Paderborn

Löffelmann

Hotel "Zum Weißer Schwan"

weitere Besitzernamen : 1897 Wilhelm und Hermann Löffelmann / Gasthaus „Zum weißen Schwan“, um 1960 Ländliche Centralkasse eGmbH - Münster, heute: Bank für Kirche und Caritas eG,

Fotos

Hotel Löffelmann um 1900, Blickrichtung Nordost

Postkarte um 1910, Blickrichtung Nordwest

Schrägluftbild in den 1930er, Blickrichtung Südost

Schrägluftbild in den 1930er, Blickrichtung Nordwest

www.archive.nrw.de / Paderborn, Stadtkern

Straßenbild in den 1950er, Blickrichtung West

Schrägluftbild um 2020, Blickrichtung Nordwest

Kamp 17 Google Street View

Geschichte

Im westlichen Arm des Kötterhagen sprang das Haus Löffelmann etwa 3m nach Westen vor. Hier war ein vermauertes Rundbogenportal erhalten. Im reich verzierten Schlußstein des Torbogens steht auf ovalem Schild dieselbe Hausmarke, wie am Hause Schildern 13, aber neben der Marke die Buchstaben B und O (Abb. Tafel XIII, 5 / Paderborner Inschriften, Paul Michels 1957).

Paul Michels fand 1936 heraus, dass ein Mann namens Bartholdt Overecke das Haus im 17. Jahrhundert besessen hat. Im Verzeichnis der Kämper-Hudegenossen von 1615 gibt es nur einen einzigen Namen mit diesen Anfangsbuchstaben, nämlich „Bartoldt Overrecke“, Er trieb zwei Kühe auf die Hude. Nur dieser kann der Erbauer dieses Hauses sein. Im Haus Schildern 13 schreibt sich sein Vater Liborius Averrecke mit A = Averrecke. Als 1936 die alten Farbschichten von dem Schlußstein entfernt wurden, kamen um die Kartusche herum verteilt die Ziffern der Jahreszahl 1607 zum Vorschein. Das Renaissanceportal wurde in der Zeit gebaut, in der auch das Historische Rathaus, das Theodorianum und das Heisingsche Haus in Paderborn gebaut wurden. Es ist von 1607 und war früher der Eingang zum Hotel „Zum weißen Schwan“.

Renaissance-Portal Kötterhagen 10 (www.wikipedia.de) im Stadtmuseum Paderborn

Zunächst wurden in dem großen zweistöckigen Gebäude am Kamp 17 Waren ausgestellt, die die Kaufleute in einem angrenzenden Steinbau am Kötterhagen 10 lagerten. „Das Vorderhaus am Kamp und das Hinterhaus am Kötterhagen gehören zusammen und sind seit dem Mittelalter eine Einheit“, so Thomas Günther von der Unteren Denkmalbehörde.

Das Hofgrundstück der Familie von Haxthausen wird im Brandkataster von 1769 erwähnt.

Joseph Gethmann verkaufte sein Haus 318 am Kettenplatz (heute zu Marienplatz 13) im Jahre 1805 an Valentin Tacke und den Rezeptor Halbe. Im gleichen Jahr erwarb Joseph Gethmann von Werner von Haxthausen die Besitzung „Auf dem Kamp“, später Kamp 17 und verlegte dorthin den Gasthof „Zum weißen Schwan“. Joseph Gethmann war der letzte im Hochstift Paderborn gewählte Bürgermeister der Stadt Paderborn. Seine Frau Josepha Margaretha Eschershausen starb hier am 6. Februar 1827. Nach ihrem Tode zog Joseph Gethmann nach Salzkotten, wo er Sälzer war, und starb dort am 12. Januar 1841 im Alter von 74 Jahren (siehe Theodor Uhlenhut, Der Gasthof „ Zum weißen Schwan“, in : Die Warte, Jg. 1933, Heft 10).

Bereits am 24. Januar 1812 erwarb Major von Haxthausen die Besitzung für 4.300 Rtl. zurück und schenkte sie am 7. April 1812 der Antonette Heil zur Hochzeit mit Leonard Löffelmann. Beide eröffneten am gleichen Tage eine Gastwirtschaft und Weinschenke unter dem Namen „Weißer Schwan“. Unter dieser Bezeichnung wurde sie seitdem von der Familie Löffelmann weiter betriebene. Dank der neuen Besitzer Antonette Heil und Leonard Löffelmann war es eines der angesehensten Häuser Paderborns. Sogar König Jérôme, der jüngste Bruder von Napoléon Bonaparte, soll dort empfangen worden sein.

Weil der Gasthof umgebaut wurde, versetzte man das Renaissanceportal 1874 als Eingangstor zwischen die beiden Bauten am Kamp und am Kötterhagen. So der ehemalige Stadtbaurat Paul Michels. Das Denkmal wurde 1945 durch die Bombardierung der Alliierten zerstört. 1957 brach man es nieder, ehe es schließlich in der Rückwand des einstigen Kinos verbaut wurde.

2008 nahm die Paderborner Firma Ars Colendi das aus elf Steinen bestehende Renaissanceportal Stück für Stück auseinander und wurden eingelagert. Im Stadtmuseum Paderborn hat es nun einen neuen Platz gefunden.

Hoteleingangs-Portal am Kamp

Portal vor und nach 1945

www.wikipedia.org / Nr. 149 Liste der Baudenkmäler Paderborn-Kernstadt

Das um 1700 entstandene Barockportal im Haus stammt aus dem 1945 zerstörten und nicht wieder aufgebauten Hotel Löffelmann (heute Bank für Kirche und Caritas eG). Das Portal wurde beim Abbruch der Fassadenruine 1959 gesichert und erhielt 1977 am Markt 5 seinen neuen Standort.

Karten

Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830 (Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn)

Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025

Karte TK 25 1837

Karte TK 25 1922

Karte TK 25 2001

Karte Google Maps 2025

Kamp 17 Google-Maps

Kamp 17 Google Earth

(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)

Dokumente

Schrägluftbild 1930er, Blickrichtung Nord

Schrägluftbild 1970er, Blickrichtung Nord

Besitzer im Häuser-Verzeichniß von 1897

Adressbuch 1939/40 Paderborn - Kamp

Adressbücher Kreis Paderborn

Verweise

Auskünfte

Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Altertumsverein Paderborn

Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.

Sitz im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.

Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:

                  info@westfalenhoefe.de
wiki/paderborn_paderborn_stadt_0065.txt · Zuletzt geändert: 2025/12/27 13:32 von michael

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