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ehemalige Bauerschaft Kämper
Haus-Nr. ab 1769:
Paderborn 30
Brüll
weitere Besitzernamen : 1897 Ludwig Brüll / Kaufmann,
heute:
Fotos
Hausstätte um 1880, Blickrichtung Süd
Wohn- und Geschäftshäuser um 1910, Blickrichtung Südwest
Markt 4 um 2020, Blickrichtung Südwest
Wohn- und Geschäftszeile, Blickrichtung Süd im Nov. 2025
Markt 4 um 2020, Blickrichtung Nordwest
Geschichte
Im 8. bis 11. Jahrhundert lag das Grundstück der späteren Hausstätte innerhalb der Domburg (Karlsburg). Der Markt sowie die Straße Schildern als Verlängerung der Westernstraße war Teil des ursprünglichen Westfälische Hellweg (eine Fernstraße des Mittelalters zwischen Rhein und Elbe).
Bild aus : Paderborn - Geschichte der Stadt in ihrer Region 3 Bände. Paderborn 1999
siehe : www.wikipedia.org / Domburg Paderborn
Bei Betrachtung der Untergeschosse (Kellerräume) dieser beiden als „modern“ zu bezeichnenden Gebäude Markt 2 und 4 wird deutlich, dass an deren Stelle im Spätmittelalter ein repräsentatives Bauwerk mit einer Schaufront von ca. 26 Metern zum heutigen Markt gestanden haben muss. Im Untergeschoss des Gebäudes Markt 4 sind die signifikanten Außenmauern des früheren Bauwerks die einzigen Überreste. Es lässt sich jedoch eindeutig feststellen, dass sich die identische Außenmauer in den Märkten 2 und 4 wiederfindet. Auf Grundlage der vorhandenen Baudetails lässt sich die Mauer in Markt 2 einer präzisen Klassifizierung zuordnen.
Die gotischen Stützpfeiler haben eine äußerst schlanke Ausführung und ähneln in ihrer Gestaltung den Stützpfeilern des gotischen Kellers im Diözesanmuseum sehr stark. Die Übertragung der Gewölbestruktur von Markt 2 auf den Keller von Markt 4 ergibt eine gewaltige Halle, deren Kreuzgewölbe von insgesamt 12 Pfeilern getragen wurde. Die ursprüngliche Laufhorizont des Kellers Markt 2 liegen heute in einer Tiefe von circa 4 Metern unter dem Straßenniveau. Der ursprüngliche, alte Zugang zum heutigen Markt zeigt somit einen beträchtlichen Unterschied im Straßenniveau während der gotischen Epoche, welcher viel tiefer lag. Auch ist die Spitzwinkligkeit des Gebäudes in Richtung der Schilder von Relevanz. Aufgrund der nachträglich eingebauten Treppe aber nicht exakt zu bestimmen. Aber es lässt sich anhand der baulichen Struktur die Erschließungssituation der Immunität in gotischer Zeit (15. Jahrhundert) wiederfinden, die dem heutigen Straßenverlauf zumindest nahekommt.
Bild : Angelegt - Thesen, Skizzen und Zwischenberichte zur Baugeschichte und Denkmalpflege (Universitätsbibliothek Paderborn)
Vor dem Zweiten Weltkrieg besaß dieser Bereich am Eingang vom Marktplatz zum Schildern einen Gebäudebestand vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Im Haus Markt 4, das lange im Besitz der Kaufmannsfamilie Brüll war, hatte um 1700 der dieser Familie entstammende Bildhauer Philipp Georg Brüll seine Werkstatt. In einer Nische im ersten Stockwerk stand über der Haustür eine große Figur der Unbefleckten Empfängnis von 1751.
Darstellungen des Marktplatzes aus dem Jahr 1755, welche von Bartholomäus Gleseker aus dem Haus Nr.26 angefertigt wurden.
Die Orginalgemälde befinden sich im : Stadtmuseum Paderborn
Blick auf den Markt nach dem 17. Januar 1945, Blickrichtung Südwest.
Blick auf den Markt 1946/47, Richtung Süd.
Karten
Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830 (Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn)
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)
Dokumente
Schrägluftbild 1930er, Blickrichtung Nord
Besitzer im Häuser-Verzeichniß von 1897
Postkarte vom Markt in Paderborn um 1910, Blickrichtung Nordwest
Postkarte vom Markt in Paderborn um 1915, Blickrichtung Südwest
Verweise
Auskünfte
Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Altertumsverein Paderborn
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V
Sitz im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.
Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de






















