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ehemals zum Domhof
Haus-Nr. ab 1769:
Paderborn 27
Fischer
weitere Besitzernamen : 1897 Joseph Fischer / Kaufmann,
heute:
Fotos
Hausstätte um 1880, Blickrichtung Südost
Schrägluftbild um 1930, Blickrichtung Süd
Wohn- und Geschäftszeile, Blickrichtung Südost um 2015
Markt 10 um 2020, Blickrichtung Südost
Markt 10 um 2020, Blickrichtung Nordwest
Geschichte
Im 8. bis 11. Jahrhundert lag das Grundstück der späteren Hausstätte innerhalb der Domburg (Karlsburg). Der Markt sowie die Straße Schildern als Verlängerung der Westernstraße war Teil des ursprünglichen Westfälische Hellweg (eine Fernstraße des Mittelalters zwischen Rhein und Elbe).
Bild aus : Paderborn - Geschichte der Stadt in ihrer Region 3 Bände. Paderborn 1999
siehe : www.wikipedia.org / Domburg Paderborn
Der Keller Markt 10, Ecke Grube, setzte sich aus mindestens zwei separaten Bereichen zusammen. Der höher gelegene nördliche Keller, der möglicherweise aus der Barockzeit stammt, wurde nach Angaben des Eigentümers nach dem Zweiten Weltkrieg verschüttet. Der zweite Keller ist ein spätmittelalterlicher Gewölbekeller mit vier Kreuzgewölben. Seine Abmessungen betragen 4,60 m in der Breite, 13,00 m in der Länge und eine lichte Höhe von ca. 2,60 m. Das Laufniveau des Kellers liegt 3,00 Meter unter dem der heutigen Straße „Grube“. Trennwände und Treppe sind dabei weniger von Bedeutung. Der ursprüngliche Zugang ist nicht mehr erkennbar. Das nördliche der vier Joche misst ca. 3,50 m in der Nord-Süd-Ausdehnung, während die übrigen drei jeweils ca. 2,60 m breit sind. Hinsichtlich der Lage des Kellers besteht kein eindeutiger Bezug zu den angrenzenden Gebäuden. Zum Teil befindet er sich unter dem barockzeitlichen Gebäude Markt 10, nach Osten weist er in die Straße hinein, nach Süden reicht er nicht bis an die Grenze des aufgehenden Gebäudes. In östlicher Richtung erstreckt sich der Keller bis in den Straßenbereich der Grube. Das ursprüngliche Haus war demnach breiter. Die Ostwand weist im Zusammenspiel mit dem Gewölbe Unterschiede zur Westwand auf. Die Ostwand ist in diesem Fall unter die Gewölbe gesetzt und nicht, wie es sonst üblich ist, das Gewölbe vor die Mauer. Eine Untersuchung würde wohl Aufschluss geben, ob die Mauer verstärkt wurde oder ob sie neu eingesetzt wurde und der Keller ursprünglich sogar noch weiter unter die Straße „Grube“ reichte. Im Gegensatz zu den übrigen Wänden ist die südliche Abschlusswand des Kellers zum Teil unverputzt und zeigt eine unregelmäßige Wandstruktur. Die relativ grob gemauerte Rückwand ist bei einer Höhe von ca. 1,65 m unter dem heutigen Laufniveau der Grube auf Fels aufgesetzt. Es ist nicht sicher, ob diese Mauer in ihrer zeitlichen Einordnung mit dem Keller übereinstimmt. Es ist durchaus möglich, dass es sich um eine ältere Mauer handelt. Unmittelbar vor dieser Mauer befand sich ein Brunnen. Es lässt sich erkennen, dass ein Zusammenhang der querliegenden Mauerbefunde im Verlauf der Straße „Grube“ besteht, die bereits in den 1930er Jahren entdeckt wurden. Diese Befunde zeigen auch, dass die „Grube“ nicht zu jeder Zeit als Zuwegung zur Immunität gedient hat. Die „Grube“ wird erstmals 1294 als „in loco qui dicitur grove“ erwähnt. Die Formulierung „in loco“ deutet an, dass es sich hierbei um eine Örtlichkeit und nicht um einen Weg handelt. Im Jahr 1374 wird die Situation dann als „in fossa“, also „im Graben“ bezeichnet, was noch eindeutiger auf die konkrete Grabensituation hindeutet. Man kann so zu dem Schluss kommen, dass es sich bei den genannten Bezeichnungen nicht um die heute als „Grube“ bezeichnete Straße handelt. Stattdessen ist es der west-östliche Verlauf des Grabens zum Schildern hin. Im Jahr 1396 befand sich im Bereich von Markt 10 das Benefizium „Mariae in choro“. Es besteht die Möglichkeit, dass der beschriebene Keller zu diesem Baukomplex gehörte. Wenn in einer Urkunde von zwei hintereinanderliegenden Häusern an der Ecke Grube/Markt die Rede ist, dann bezieht sich dies auf die heutige Wegeführung der Grube.
Darstellungen des Marktplatzes aus dem Jahr 1755, welche von Bartholomäus Gleseker aus dem Haus Nr.26 angefertigt wurden.
Die Orginalgemälde befinden sich im : Stadtmuseum Paderborn
Blick auf den Markt 1946/47, Blickrichtung Süd.
Karten
Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830 (Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn)
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)
Dokumente
Schrägluftbild 1930er, Blickrichtung Nord
Besitzer im Häuser-Verzeichniß von 1897
Postkarte vom Markt in Paderborn um 1900, Blickrichtung Südost
Verweise
Auskünfte
Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Altertumsverein Paderborn
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V
Sitz im Stadt und Kreisarchiv Paderborn
Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.
Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de




















