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wiki:paderborn_paderborn_stadt_0026

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ehemals zum Domhof

Haus-Nr. ab 1769:

Paderborn 26

Haus-Nr. ab 1877: C90 Markt

Adresse ab 1897: Markt 14

heute : Markt 14, 33098 Paderborn

Müssen

weitere Besitzernamen : vor 1720 Strunck, dann Batholo. Caspar Gleseker / Bürgermeister und Ehefrau Maria Cath. Strunck, es folgt deren Sohn Bartholomäus Gieseker / Landesschatzeinnehmer und Gastwirt, nach 1820 Wilhelm Müssen / Bäcker und Brauer, 1888 Gaukirchengemeinde, 1897 Franz von Kästner / Konditor und Küster der Gaukirche,

heute: Societät Schäfers - Rechtsanwälte + Notar

Fotos

Hausstätte um 1880, Blickrichtung Südost

Domplatz, Blickrichtung West um 1910

Hausstätte um 1920, Blickrichtung Südost ohne den östlichen Gebäudeflügel

Bürogebäude 2025, Blickrichtung Südost, (Foto Heike Lenze)

Markt 14 Google Street View

Geschichte

Im 8. bis 11. Jahrhundert lag das Grundstück der späteren Hausstätte innerhalb der Domburg (Karlsburg). Der Markt sowie die Straße Schildern als Verlängerung der Westernstraße war Teil des ursprünglichen Westfälische Hellweg (eine Fernstraße des Mittelalters zwischen Rhein und Elbe).

Bild aus : Paderborn - Geschichte der Stadt in ihrer Region 3 Bände. Paderborn 1999

siehe : www.wikipedia.org / Domburg Paderborn

Hausinschrift am Hauseingang

Weinhändler Gleseker, Inhaber des Gasthauses zur Traube, Der vielseitige Heimatfreund begegnet uns nachstehend noch. Er hat auch die Sammlung der Grab- und Hausinschriften in Pad.besorgt und ihre Aufzeichnung veranlaßt.

Auf der Straßenecke neben dem Westportal der Gaukirche und mit dieser zusammengebaut erhebt sich das in seiner Art einzige Haus in Paderborn, das nach Münsterscher Bauweise unverputzte Backsteinflächen zwischen Sandsteingliederungen hat, darüber ein Mansarddach (Knickdach), das den fein abgewogenen Anschluß an die benachbarte Gaukirche abgab. 1945 wurde auch dieses Baudenkmal ein Opfer der Bomben, es brannte vollständig aus, nur die Umfassungsmauern blieben stehen. Damit sind auch die alten Inschriften am Hause gerettet und bilden heute nach dem Wiederaufbau ein in Stein geschriebenes Stück Hausgeschichte.

Über der Haustür der Westfront steht im Architrav:

  • BARTH : GLESEKER : PATR:(iae) THESAVR:(arius) EXSTRVXIT
  • AO : MDCCLXXIX

= Barth Gleseker, Landesschatzeinnehmer, hats gebaut i. J. 1779

Die dem Dom zugewandte Nordseite des Hauses ist reicher ausgestattet. Die Haustür ist mit den beiden benachbarten Fenstern durch ein flaches Giebeldreieck zusammengefaßt, in dessen Fläche in Kursivschrift geschrieben steht:

  • Stat renovata domus sed tempore fracta peribit; Ne te fata trahant, Incola! cede tuis.

= Zwar steht erneuert dies Haus, doch es fällt, wenn die Zeit ist gekommen. Willst Du, Bewohner, nicht mit fallen, mach Platz deinem Sohn.

Über der Giebelspitze ist im 1. Stock anstelle eines Fensters eine reiche Kartusche angebracht mit den Versen:

  • Industrioso det Deus Incolae * Justoque Civi, quae meret otia
  • Honesta, partis ut labore * gaudeat atque Focis Paternis.

= Ist arbeitsam und gerecht der Bürger hier, So mög ihm Gott auch die wohlverdiente Ruh In Ehren geben, daß er sich erfreue. An dem Geschäft und am Heim der Väter.

Dieses Credo brachte der Gastwirt Gleseker 1779 in latainischer Schrift an seinem Haus Markt 14 an. Seine Mutter Anna Maria Strunck hatte das Grundstück und das Vorgängergebäude als Erbteil in die Ehe mit dem späteren Bürgermeister Gleseker eingebracht.

Im Jahr 1723 veranlassten die beiden den Neubau, der 1779 durch den Sohn erweitert und modernisiert wurde. Das Gebäude ist eines der bedeutendsten barocken Privathäuser Paderborns. Eine bildliche Darstellung des Gebäudes,

die sehr wahrscheinlich wie zwei weitere Darstellungen des Marktplatzes aus dem Jahr 1755, aus dem Jahr 1755, welche von Gleseker selbst angefertigt wurden.

Die Orginalgemälde befinden sich im : Stadtmuseum Paderborn

Foto von der Nordseite des Gebäudes in den 1890er und 2025.

Foto von der Westseite des Gebäudes 2025.

Im Volksmunde wurde dieses Gebäude bis vor wenigen Jahren „Müssen Haus“ genannt nach dem letzten Besitzer Wilhelm Müssen, der dort mit seiner Frau M. Magd. Gahlen aus Wiedenbrück eine Bäckerei und Brauerei betrieb und 1888 den Besitz für 60000 M an die Gaukirchgemeinde verkaufte. Der Nachfolger war Konditor und Gaukirchen-Küster Franz Kästner.

Blick auf den Markt 1945, Richtung Südost.

Das Haus wurde im 2. WK am 27. März 1945 bei Luftangriffen zerstört

Karten

Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830

Quelle: Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn

Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025

Karte TK 25 1837

Karte TK 25 1922

Karte TK 25 2001

Karte Google Maps 2025

Markt 14 Google-Maps

Markt 14 Google Earth

(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)

Dokumente

Wohn- und Geschäftshäuser, die um 1810 einen Wert von mehr als 1000 Taler in der Brandversicherung nachwiesen.

Paderborner Inschriften, Wappen und Hausmarken. Michels, Paul, Verlag: Bonifacius Druckerei, Paderborn, 1955

Schrägluftbild 1970er, Blickrichtung Ost

Besitzer im Häuser-Verzeichniß von 1897

Adressbücher Kreis Paderborn

Postkarte vom Markt in Paderborn um 1970, Schrägluftbild Blickrichtung Ost

Verweise

Nr. 113 in der Liste der Baudenkmäler in Paderborn-Kernstadt :

www.wikipedia.org / Liste der Baudenkmäler in Paderborn-Kernstadt

Auskünfte

Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V

Sitz im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.

Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:

                          info@westfalenhoefe.de
wiki/paderborn_paderborn_stadt_0026.txt · Zuletzt geändert: 2025/12/27 13:42 von michael

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