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Hoher Dom zu Paderborn
St. Maria, St. Liborius & St. Kilian
heute : Domplatz 1, 33098 Paderborn
Fotos
Dom und Domkloster (links) im 14. Jahrhunder, Blickrichtung Südost
Die Südseite des Domes vor 1810
Der Dom mit Satteldach, nach dem Turmbrand im Jahre 1840, Nordwestseite (siehe unter Dokumente)
Foto um 1880, kurz vor dem errichten der neuen Dom-Turmspitze
www.archive.nrw.de / (2533) Paderborn, Stadtkern
Richtfest der neuen Turmhaube und die Glocken-Weihe im Jahre 1887
Der Dom um 1900, mit der neu errichteten Dom-Turmspitze
Der Dom nach dem Luftangriff der Alliierten im März 1945 (siehe unten), Blickrichtung Süd
(Archiv-Bild Erich Aufenanger, Altenbeken)
Ansichten des Domes im Jahre 2024/25 (1. Südseite, 2. Nordseite)
Paderborner Dom / Google Street View
Weitere Fotographien auf der Internetseite www.kdwupper.de von K. D. Wupper.
Literatur
von Prof. Dr. Alois Fuchs, Paderborn 1936
☛ eBook : Der Dom zu Paderborn
Die Paderborner Kathedrale als Kirchen-, Kunst- und Lebensraum im europäischen Kontext
Autoren: Jonas Miserre, Norbert Börste, Stefan Kopp, Bonifazius Verlag, Paderborn 2020, ISBN 978-3-89710-858-5
Geschichte
Vorgängerbauten
Dem heutigen Dom gingen verschiedene in Quellen verbürgte und in den Ausgrabungen von 1952 bis 1956 sowie 1978–1980 nachgewiesene Vorgängerbauten voraus.
Karolingische Salvatorkirche
Zu der von Karl dem Großen an den Quellen der Pader auf einer niedergebrannten sächsischen Siedlung errichteten Kaiserpfalz gehörte bereits eine Christus (unter dem Titel des SALVATOR MVNDI, d. h. „Erlösers der Welt“) geweihte Kirche. Diese 9 Meter × 20 Meter große Kirche lag nördlich des heutigen Doms, bei der Paderquelle. Heute ist ihr Grundriss zwischen dem Dom und der Bartholomäuskapelle an hellen Pflastersteinen zu erkennen. Sie wurde zerstört bei der Vernichtung der Pfalz im Jahr 778. Es folgten Wiederaufbau, erneute Zerstörung und erneuter Wiederaufbau.
Karolingischer Dom
Schon bald nach der Zerstörung der Salvatorkirche wurde eine neue Kirche in Paderborn errichtet. Der 22 Meter × 50 Meter große Bau war Maria und Kilian geweiht. Bei seinem Besuch in Paderborn im Jahr 799 weihte Papst Leo III. einen Altar für den Hl. Stephanus. Hierzu brachte er Reliquien aus Rom mit und legte diese in dem Altar nieder. Vermutlich wurde bei dieser Gelegenheit auch das Bistum Paderborn gestiftet mit der neuen Kirche als Bischofskirche. Das Bistum unterstand zunächst dem Würzburger Bischof, bevor ca. 806 der Sachse Hathumar zum ersten Bischof von Paderborn ernannt wurde. Paderborns zweiter Bischof Badurad erweiterte den Dom zum Zwecke der Unterbringung der Liboriusreliquien. Dabei fügte er im Westen ein Querhaus und eine Ringkrypta nach dem Vorbild der Konstantinischen Basilika in Rom an. In dieser Zeit begann die erste Blüte der Liboriverehrung. Unter Bischof Rethar wurde der Dom im 10. Jh. noch einmal deutlich umgestaltet. Rethar ließ im Osten einen Chor mit Krypta für den Liboriusschrein anfügen und ersetzte den Westchor durch ein Westwerk. Der karolingische Bau wurde bei einem Großbrand im Jahr 1000 zerstört.
- Beginn des Wiederaufbaus durch Bischof Rethar und Neubau durch Bischof Meinwerk
Nach der Zerstörung durch den Großbrand im Jahr 1000 ließ Bischof Rethar mit einem Wiederaufbau beginnen. Der bis zur Fensterhöhe vorangeschrittene Wiederaufbau wurde unter Meinwerk bei dessen Amtsantritt niedergelegt und durch eine dreischiffige Basilika mit einem Querhaus im Osten sowie einem ottonischen Westwerk, an dessen Westseite sich Treppentürme befanden, ersetzt. Die Krypta hatte Meinwerk dabei leicht verändert von Rethars Bau übernommen. Zusätzlich fügte er an den südlichen Teil des Querhauses eine Kapelle an, die wahrscheinlich als bischöfliche Privatkapelle fungierte. 1015 konnte dieser Bau geweiht werden. Geweiht war er Maria, Kilian, Ulrich von Augsburg und Liborius. Ein Stadtbrand im Jahr 1058 zerstörte das Bauwerk.
- Vergrößerter Neubau durch Bischof Imad
Bischof Imad ließ den Dom deutlich vergrößert neu errichten. Er besaß nun je ein Querhaus im Osten und im Westen und ein im Vergleich zum Meinwerk-Dom breiteres Langhaus. Darüber hinaus hatte er einen großen Ostchor sowie, im Gegensatz zu den Bauten Rethars und Meinwerks, wieder einen Westchor. Sein Grundriss entsprach schon weitgehend jenem des heutigen Bauwerks. Die Krypta blieb unter dem Ostchor. Am 22. Juli 1068 wurde dieser Bau Imads geweiht, unmittelbar vor dem Festtag des hl. Liborius. Etwa 1100 wurde die Krypta zu ihrer bis heute im Wesentlichen gleich gebliebenen Form umgestaltet sowie eine Verbreiterung des Ostchores vorgenommen.
Zusammen mit dem 1000-jährigen Jubiläum der Paderborner Bartholomäuskapelle im Jahr 2017 beging das Domkapitel Paderborn das 950. Weihejubiläum des Imad-Domes im Jahr 2018 mit einem Festprogramm.
- Wiederaufbau durch Bischof Bernhard I. von Oesede
Bei einem Brand 1133 wurden Dach und Decke des Doms zerstört. Bischof Bernhard I. von Oesede ließ die Mauern durch Pfeilervorlagen verstärken und den Dom einwölben. 1144/45 wurde dieser geweiht. Wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand die Paradiesvorhalle am südlichen Arm des Westquerhauses.
Um 1210 wurde mit dem fast vollständigen Ersatz des Kirchengebäudes begonnen, der Anlass ist nicht bekannt. Die erste Bauphase umfasste den Westturm, das anschließende basilikale Chorjoch und das westliche Querhaus. Diese Gebäudeteile weisen im Wesentlichen romanische Formen auf. Der Altar im Westchor war 1231 geweiht.
Die Entscheidung zum Weiterbau als Hallenkirche fiel unter dem Episkopat Bernhards IV. (1228 bis 1247). Gleichzeitig regierte im Erzbistum Bremen sein Bruder Gerhard II., der die dortige Liebfrauenkirche als Hallenkirche errichten ließ und große Teile der Einwölbung seines Doms verantwortete, und Äbtissin der Reichsabtei Herford war seine Schwester Gertrud II., die den Bau des Herforder Münsters als Hallenkirche initiierte. Der Vater der Geschwister, Bernhard II. zur Lippe, gehörte zu den Stiftern des Klosters Marienfeld und in seiner Gründung Lippstadt begann unter seiner Herrschaft der Bau der Großen Marienkirche. Als Nachfolger Bernhards IV. auf dem Paderborner Bischofsstuhl amtierte 1247 bis 1277 sein Neffe Simon I.
Die Bauphasen des Domes siehe www.Architektur.TU-Darmstadt.de / Reconstruction
www.baukunst-nrw.de / Dom zu Paderborn
Gleichzeitig mit den Bauarbeiten in den westlichen Teilen errichtete vielleicht eine andere Bauhütte den Ostchor (über der Krypta) und das östliche Querhaus. Hier gab es wohl einen Vierungsturm, der aber 1233 einstürzte und große Teile des Ostbaus zerstörte. Nach 1231/1233 wurde der Dom von einer gotisch geschulten Bauhütte und als Hallenkirche weitergebaut. Infolgedessen wird er heute von Westen nach Osten stilistisch etwas moderner.
Paderborn, Merian Kupferstich 1641.
Paderborn, Rudolphi Kupferstich 1672
Paradiesvorhalle und Paradiesportal
In der Verlängerung des südlichen Armes des Westquerhauses befindet sich die sogenannte „Paradiesvorhalle“. Die Vorhalle, deren Entstehungszeit auf die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert wird, und deren ursprüngliche Größe sich auf das Doppelte der heutigen belaufen haben soll (siehe Zeichnung oben), wird als Aufenthaltsraum für Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela gedeutet. Es besteht eine signifikante Ähnlichkeit mit den Vorhallen weiterer hauptsächlich französischer Pilgerkirchen auf dem Weg nach Santiago.
Hauptportal der Südseite des Domes (Denkmähler der deutschen Baukunst, Band 1 / Beiträge zur Kenntniss der deutschen Baukunst des Mittelalters von Georg Moller)
siehe auch : https://www.paderborn.de/Naturkundemuseum / Pilgerherberge im Dom zu Paderborn.pdf
Am Mittelpfosten befindet sich eine Darstellung der Muttergottes als Himmelskönigin, die das Jesuskind im Arm hält. Hierbei handelt es sich um eine der frühesten stehenden Madonnen-Darstellungen Deutschlands. In einer einfühlsamen Geste wendet sich das Kind mit einer Armbewegung seiner Mutter zu. Die im Mittelalter bemalten Plastikobjekte sind anhand der noch sichtbaren Farbreste identifizierbar. An den Eingangstüren, rechts und links der Madonna, befinden sich die noch älteren Figuren der Dompatrone Kilian und Liborius, die auf das 12. Jahrhundert datiert werden. In der oberen Hälfte des Tympanons ist ein Holzkreuz situiert, das von zwei Engeln flankiert wird.
An der Eingangstüren sind links und rechts je drei Apostelfiguren und eine weitere Heiligenfigur angebracht. Es gibt keine genaue Zuordnung sämtlicher Figuren. Im Bogen links von Maria befindet sich die Figur des Petrus, dessen Kopfform als charakteristisches Merkmal für diese Art von Darstellung gilt. Links daneben ist der Apostel mit der Pilgermuschel dargestellt und so als Jakobus der Ältere identifiziert ist. Die auf der linken Seite anschließende Figur lässt sich nicht identifizieren, da sie durch die Schriftrolle lediglich als Apostel gekennzeichnet ist. Die daran anschließende Bischofsfigur könnte Julian von Le Mans darstellen. Im Bogen rechts von Maria befindet sich die Figur des Paulus. Rechts davon ist ein nicht identifizierbarer Apostel positioniert. Die bartlose Figur an zweiter Stelle von rechts wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als Jesu Lieblingsjünger Johannes identifiziert. Von besonderem Interesse ist die Darstellung der Heiligen Katharina als Einzelfigur auf der rechten Außenseite. Sie wird dort mit der Darstellung des heidnischen Kaisers Maxentius assoziiert, den sie in einer Disputation zum Christentum bekehrt hatte. Von besonderem Interesse ist die Darstellung der Heiligen Katharina als Einzelfigur auf der rechten Außenseite, da sie den heidnischen Kaiser Maxentius mit ihren Füßen niedertritt, gegen den sie das Christentum in einer Disputation siegreich verteidigt hatte.
Die Kapitellzone unterhalb der Figurenreihe ist mit großem plastischen Aufwand gestaltet. Auf die Kapitellkerne der linken Seite sind flächige Blattmuster gelegt, teilweise in mehreren Schichten übereinander, die sich auch über die Mauerstücke dazwischen erstrecken. Die Kämpferzone darüber ist, wie häufig im Mittelalter, von einem Gemisch aus Pflanzenranken und Fabelwesen überzogen. Die Kapitelle auf der rechten Seite zeigen Menschen vom Rand der Gesellschaft, zum Beispiel einen Mann auf Handkrücken. Die Kämpfer sind mit Weinreben sowie Winzer- und Jagdszenen dekoriert. Die Kapitellzone unterhalb der Figurenreihe zeichnet sich durch eine bemerkenswerte plastische Gestaltung aus. Auf den Kapitellkernen der linken Seite sind flächige Blattmuster appliziert, die sich teilweise in mehreren Schichten übereinander erstrecken und auch die Mauerstücke dazwischen umfassen. Die darüberliegende Kämpferzone ist, wie es für das Mittelalter typisch ist, von einem Gewirr aus Pflanzenranken und Fabelwesen durchzogen. Die Kapitelle auf der rechten Seite zeigen Menschen vom Rand der Gesellschaft, zum Beispiel einen Mann auf Handkrücken. Die Kämpfer sind mit Weinreben sowie Winzer- und Jagdszenen dekoriert.
Östliches Querhaus
Die östlichen Teile stammen in ihrer heutigen Form weitgehend aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Um 1270/1280 entstanden die Arme des Ostquerhauses; als letztes wurde wahrscheinlich der nördliche, vieleckige Arm („Hasenkamp“) fertiggestellt. Nach dem Stadtbrand von 1340 musste der Ostgiebel des Chors erneuert werden.
Es gab verschiedene An- und Umbauten in späterer Zeit, die den Gesamteindruck des Doms jedoch nicht entscheidend verändert haben. Dies war zum einen die Wiederherstellung und Barockisierung im 17. Jahrhundert nach der Plünderung im Dreißigjährigen Krieg, zum anderen der Wiederaufbau ab 1945. Hierzu siehe : Der Dom zu Paderborn von Prof. Dr. Alois Fuchs, Domkapitular und Kunsthistoriker, aus dem Jahre 1936. Bei der Domrenovierung 1924 bis 1926 war er der entscheidende Berater.
Volltreffer durch eine 2000 Pfund Bombe im Januar 1945, Südseite des Domes
Blick Richtung Ost aus der zerstörten Abdinghof-Kirche auf den Domturm Ende März 1945
(Archiv-Bilder Erich Aufenanger, Altenbeken)
1945 wurde der Dom bei Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt und brannte komplett aus. Die Innenausstattung war zum Teil vernichtet. Auch der barocke Hochaltar, 1870 von Güldenpfennig gegen einen neugotischen ausgetauscht und 1931 erneut aufgestellt, verbrannte. Die Wiederherstellung des Langhauses erfolgte von 1946 bis 1949, die des Turmes 1954/55. Der mittlere Giebel auf der Südseite des Langhauses trägt seitdem eine große Totenleuchte und darunter die Inschrift: „Zum Gedenken. 17. Jan. 22. März. 27. März“. Es sind die Daten der Luftangriffe, bei denen der Dom seine schweren Schäden erhielt und viele Menschen in Paderborn ihr Leben verloren.
Quelle : www.wikipedia.org / Paderborner_Dom
- Die Glocken des Hohen Domes zu Paderborn
Das Geläut des Paderborner Domes
Glocken des Hohen Doms zu Paderborn 1951 bis 2017
Die neuen Glocken des Hohen Doms zu Paderborn 2018
- Die Uhr auf dem Domturm
Die Turmuhr um 1930
Es sind insgesamt vier mechanische Turmuhren im Dom bekannt. Die erste stammt von ca. 1600, die anderen aus den Jahren 1704, 1881 und 1954.
Quelle: www..wikipedia.org / Paderborner Dom
- Die Orgel des Paderborner Domes
www.die-orgelseite.de / Dom_St._Liborius
- Der Paderborner Dom aus der Vogelperspektive Quelle: You Tube / Erzbistum Paderboren
Karten
Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830 (Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn)
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2022
Karte Google Maps 2025
Paderborner Dom / Google Earth
(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)
Dokumente
Der brennende Domturm am 11. Januanr 1815. Ölgemälde des Paderborner Malers Ferdinand Predeek nach einer Vorlage von Martin Rintelen :
LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster
Schrägluftbild um 1920, Blickrichtung Nord
Schrägluftbild um 1970er, Blickrichtung Nordost
Verweise
www.erzbistum-paderborn.de / Hoher Dom zu Paderborn
www.Turmuhren.de / Paderborn Turmuhr im Hohen Dom
Katholische Nachrichtenagentur - PubliKath GmbH Bonn
www.Paderborn.de / Geschichte des Paderborner Doms
www.archaeologie-online.de / LWL Archaeologen erforschen Bischof Meinwerks Domkloster von 1397
www.lwl-kaiserpfalz-paderborn.de/ Dom-Museum
www.baukunst-nrw.de / Dom zu Paderborn
www.uni-muenster.de / Städtegeschichte - Paderborn
www.paderpedia.de/ Domdechanei
Nr. 3 / Liste der Baudenkmäler in Paderborn-Kernstadt
www.kulturstiftung.de / Gotik der Paderborner Dom und die Bauskulptur des 13. Jahrhunderts in Europa
www.Zeilenabstand.net / Paderborn Pfalz und Bistum an den Paderquellen
YouTube - Der Dom zu Paderborn im Lego-Film
www.teutoburgerwald.de / Öffentliche Domführung
www.humbold-berlin.de / Bilder Paderborn
Auskünfte
Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Erzbistumarchiv Paderborn
Erzbischöfliche Akademische Bibliothek
Altertumsverein Paderborn
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.
Sitz im Stadt und Kreisarchiv Paderborn
Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.
Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de










































