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www.caritas-pb.de / Caritas Paderborn

ehemalige Bauerschaft Kämper

Haus-Nr. ab 1769:

o.

Zisterzienserkloster

ab 1802 Altes Land- und Stadtgericht Paderborn

heute: Caritas Paderborn und Forum St. Liborius

Haus-Nr. ab 1877: C85 und C88 Grube und Krumme Grube

Adresse ab 1897: Krumme Grube 3

heute zu : Krumme Grube 1 und: Grube 3, 33098 Paderborn

Fotos

Stadt- und Landgericht in den 1930, Blickrichtung Nord (rechts das Süd-Portal)

Schrägluftbild vom Klostergrundstück im Jahre 2008, Blickrichtung Nord

Das neue Forum St. Lioborius und die Caritas, im Nov. 2025 Blickrichtung Nord

Die Caritas 2025 mit dem Nord-Portal, Blickrichtung Nord

Zisterzienserkloster-Gaukirche / Google Street View

Geschichte

1229 stiftete der Paderborner Bischof Bernhard IV. zur Lippe ein Kloster in der Paderborner Innenstadt und übertrug es einem Konvent der Zisterzienserinnen. Im gleichen Jahre wurde von dem Edelherrn Hermann von Waldeck auf dem Grunde des Sternberger Hofes der Grafschaft Sternberg, neben der Gaukirche das Zisterzienserkloster gegründet. Möglich wäre auch, das der Dompropst Volrad diesen Platz zur Verfügung stellte.

Die Zisterzienserinnen der Gaukirche waren 1226/28 aus dem Aegidii-Kloster in Münster nach Paderborn gerufen worden. Ein geeigneter Platz für die in Paderborn ankommenden Nonnen hat sich im ersten Zugriff offenbar nicht wie gewünscht finden lassen. Innerhalb von zwei Jahren wechselten sie dreimal ihre Bleibe. Zuerst erhielten sie eine Unterkunft in einem vom Domkapitel oder der Dompropstei zu Lehen gehenden Haus vor dem Kasseler Tor (Spirings-Tor), das bis dahin der Bürger Johannes Spilebrot zu Lehen besessen hatte. Einige Monate später, im Oktober 1229, waren die Nonnen neben dem von Johannes Spilebrot 1211 gestifteten St. Johannis-Hospital am Western-Tor untergebracht, bis sie schließlich 1231 am südlichen Rand der Domimmunität zwischen Ulrichs-Kirche und Immunitätsgrenze ihre endgültige Bleibe fanden.

1231 überschrieb ihnen Volrad als Patronatsherr die Gaukirche (Pfarrei St. Ulrich). Sie wurde mit allen Rechten und Einkünften dem Kloster inkorporiert und ein Jahr später auch vom Bischof Bernhard IV als Klosterkirche bestätigt. Der Konvent wählte seitdem den Pfarrer. Dieser war zugleich Probst des Klosters und musste sich vor Amtseintritt in der Ursulakappelle der Äbtissin eidlich verpflichten. Kandidaten für diese Funktion wurden von den Schwestern benannt, dann vom Dompropst investiert. Umgekehrt erhielt der Propst der Gaukirche die geistliche und wirtschaftliche Aufsicht über das Kloster. Im gleichen Jahre 1231 wurde auch das Pfarrgebiet der Stadt Paderborn neu geordnet. Bis dahin war die Gaukirche einzige Pfarrkirche im Stadtbereich mit Ausnahme des Teils, den Bischof Meinwerk 1036 dem von ihm gegründeten Busdorfstift unterstellte. www.Paderborn.de / Zisterzienserkloster und Gaukirche

1343 wurden die Einkünfte des Propstes von denen des Klosters getrennt. Die Abtissin übte ferner das Patronatsrecht über die Laurentius-Kapelle des Nikolaus-Hospitals am Gierstor und über die Heilig-Geist-Kapelle des Johannes-Hospitals am Westerntor aus (hier bis 1326) Stiftungen für die Hospitäler nahm der Propst entgegen. Die Nonnen selbst, die in der Regel bürgerlichen Familien entstammten, lebten zwar nach der Regel des Zisterzienserordens, waren aber dem Orden nicht angeschlossen, weil das Generalkapitel der Zisterzienser 1228 die Aufnahme weiterer Nonnenkonvente abgelehnt hatte. Deshalb fiel dem Bischof die Oberaufsicht über das Kloster zu. Wegen dieser Konstruktion legten die Nonnen vor dem Abt von Abdinghof ihre Profeß ab. Als jedoch 1418 die französischen Benediktinerprioren, die schon Abdinghof visitiert hatten, auch im Kloster Gaukirche erschienen, erklärten die Nonnen, daß sie sich als Zisterzienserinnen verstünden. Erst 80 Jahre später setzte Bischof Hermann I. (1498-1508) nach einer Visitation 1500 durch, daß das Kloster in ein Benediktinerinnenkloster umgewandelt und — 1515 bestätigt — der Bursfelder Kongregation angeschlossen wurde. Diese Reform festigte den Konvent, so daß im 16. Jahrhundert lutherische Lehren auch hier keinen Einfluß gewinnen konnten. (Paderborn - Geschichte einer Stadt in ihrer Region, Band 1 1999)

Im 14. Jahrhundert wurden zwei Kapellen hinzugefügt. Der Konvent bestand bis ins Jahr 1500, ehe die Zisterzienserinnen durch Benediktinerinnen der Bursfelder Kongregation ersetzt wurden. Unter den Benediktinerinnen wurden die Klosteranlage neu gebaut (1743-52) und die Gaukirche umgebaut (1746-49). 1810 wurde der Konvent säkularisiert. Die Nonnen durften aber bis 1825 in den Klostergebäuden bleiben. Von den Klostergebäuden steht nur noch das heutige Pfarrhaus.

Die Klostergebäude selber wurde im 2. Weltkrieg duch Bombardierung zerstört.

Literatur

Karten

Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830

Quelle: Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn

Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025

Karte TK 25 1837

Karte TK 25 1922

Karte TK 25 2001

Karte Google Maps 2025

Zisterzienserkloster-Gaukirche / Google Maps

Zisterzienserkloster-Gaukirche / Google Earth

(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)

Dokumente

Das Nord-Portal am alten Standort

Das Süd-Portal 1970 und 2020 am neuen Standort

Ehemaliges Süd-Portal am heutigen Standort (Domplatz 6)

Schrägluftbild um 1920, Blickrichtung Nord

Schrägluftbild 1930er, Blickrichtung Nordwest

Schrägluftbild 1970er, Blickrichtung Nord

Eingang zum Gebäude 2025, Westseite

Verweise

Auskünfte

Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Erzbistumarchiv Paderborn

Erzbischöfliche Akademische Bibliothek

Altertumsverein Paderborn

Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.

Sitz im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.

Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:

                  info@westfalenhoefe.de
wiki/paderborn_paderborn_stadt_0000_o.txt · Zuletzt geändert: 2025/12/27 13:29 von michael

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