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Gaukirche

St. Ulrich

heute : Markt 12, 33098 Paderborn

Fotos

Gaukirche um 1880, Blickrichtung Südost

Gaukirche um 1970, Blickrichtung Südost

Gaukirche 2025, Nordseite

Gaukirche 2025, Westseite

Paderborner Dom / Google Street View

Geschichte

Im 8. bis 11. Jahrhundert lag das Grundstück auf dem die Kirche errichtet wurde, innerhalb der Domburg (Karlsburg). Der Markt sowie die Straße Schildern als Verlängerung der Westernstraße war Teil des ursprünglichen Westfälische Hellweg (eine Fernstraße des Mittelalters zwischen Rhein und Elbe).

Bild aus : Paderborn - Geschichte der Stadt in ihrer Region 3 Bände. Paderborn 1999

siehe : www.wikipedia.org / Domburg Paderborn

Die Ursprünge der Kirche sind unklar. Eine urkundliche Datierung ist nicht möglich. Die Bestimmung der Entstehungszeit Ende des 12. Jahrhunderts ist nur auf Grund von baustilistischen Vergleichen möglich.

Die Kirche lag in der südlichen Domfreiheit Paderborns und diente in ihrem Vorgängerbau seit dem 10. Jahrhundert als Kirche des „Volkes des Padergaus“, im Unterschied zur Bischofskirche, dem Dom. 1229 gründete Hermann von Waldeck auf dem Grundstück der Verwaltungszentrale des Hochstifts, dem Sternberger Hof unmittelbar neben der Gaukirche, ein Zisterzienserinnen-Kloster, dessen erste Nonnen aus Münster kamen. Die Kirche wurde 1231 zur Klosterkirche, ein Jahr später von Bischof Bernhard IV. bestätigt. Im 14. Jahrhundert wurden zwei Kapellen hinzugefügt. Um 1500/15 wurde das Haus zu einem Benediktinerinnen-Kloster.

Paderborn, Merian Kupferstich 1641.

Paderborn, Rudolphi Kupferstich 1672

In der Barockzeit wurde unter Fürstbischof Clemens August eine umfassende Umgestaltung angeordnet. Sein Architekt Franz Christoph Nagel (1699–1764) führte die Umgestaltung aus.

Darstellungen des Marktplatzes aus dem Jahr 1755, welche von Bartholomäus Gieseker aus dem Haus Nr.26 angefertigt wurden.

Die Orginalgemälde befinden sich im : Stadtmuseum Paderborn

1787 wurde das spitz zulaufende Turmdach verkürzt auf ein Haubendach.

Mit der Annektierung des Hochstifts Paderborn 1802/03 durch Preußen waren die Tage des Klosters gezählt. Aber erst 1810, während der Herrschaft des napoléonischen Königreiches Westphalen, wurde das Kloster säkularisiert. Zwischen 1883 und 1887 wurde die Kirche umfassend restauriert. Die barocke Einrichtung wurde entfernt, die Kirche „purifiziert“ und durch neugotische und historisierende Element ergänzt. Der Turmhelm wurde verkürzt wieder errichtet. Der ursprüngliche Barockaltar wurde aus diesem „Purismus“ 1903 an die Stadt Münster verkauft und steht heute in der dortigen Dominikanerkirche. Später gab es vereinzelte Versuche den Barockaltar wieder zu erhalten. Inzwischen aber hat das Erzbistum auf dieses Anliegen verzichtet.

1938 wurden die meisten neugotischen Elemente entfernt. 1945 wurde die Kirche durch Fliegerbomben in ihrer Substanz zerstört und ab 1947 wieder aufgebaut. Seitdem ist sie die Pfarrkirche St. Ulrich. Nach einer fast zweijährigen Renovierung wurde die Kirche am 6. Mai 2018 wiedereröffnet.

Architektur

Im Wesentlichen stellt die Gaukirche ein romanisches Kirchengebäude dar, mit wichtigen Elementen aus der Barockzeit. So betritt man von der Marktseite aus (Westen) die Kirche durch ein barockes Tor des fürstbischöflichen Baumeisters Franz Christoph Nagel, eine der „besten Barockfassaden Westfalens“. Die Kirche selbst ist eine dreischiffige gewölbte Pfeilerbasilika. Der Turm in Form eines Oktogons befindet sich auf dem Mittelschiffsjoch im Westen. Auf der östlichen Südseite, auf der Ostseite und am West- und Nordeingang ist die Kirche freistehend, ansonsten von direkt angrenzenden Gebäuden verdeckt. Auf der Südseite der Kirche befindet sich noch heute ein Teil des Gaukirchklosters, das ebenfalls von Nagel umgestaltet wurde. Abgesehen vom Barockeingang wirkt die Kirche von außen durch ihren Bruchkalkstein schlicht.

Quelle : www.wikipedia.org / Gaukirche St. Ulrich (Paderborn)

  • Die Glocken der Gaukirche St. Ulrich

Die vier Glocken sind auf das Geläut des Doms abgestimmt und erklingen im sogenannten Salve-Regina-Motiv.

Das Geläut der Gaukirche St. Ulrich

Literatur

Karten

Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830

Quelle: Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn

Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025

Karte TK 25 1837

Karte TK 25 1922

Karte TK 25 2001

Karte Google Maps 2025

Paderborner Dom / Google Maps

Paderborner Dom / Google Earth

(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)

Dokumente

Schrägluftbild um 1920, Blickrichtung Nord

Verweise

Auskünfte

Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Erzbistumarchiv Paderborn

Erzbischöfliche Akademische Bibliothek

Altertumsverein Paderborn

Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.

Sitz im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.

Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:

                  info@westfalenhoefe.de
wiki/paderborn_paderborn_stadt_0000_j.txt · Zuletzt geändert: 2025/12/27 13:41 von michael

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