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ehemalige Bauerschaft Kämper
Haus-Nr. ab 1769: keine
Paderborn ha.
Liboriuskapelle
oder auch Liborikapelle genannt
Fotos
Liboriuskapelle um 1950, Blickrichtung Südost
Liboriuskapelle 2025, Blickrichtung Südost
und 2025, Blickrichtung Nordost
Literatur
Geschichte
Die Liborikapelle auf dem Liboriberg ist dem Schutzpatron der Stadt und des Erzbistums Paderborn, dem heiligen Liborius, gewidmet. Die spätbarocke Liborikapelle ist vor den Mauern der alten Stadt auf dem Liboriberg zu finden und wirkt von außen eher unscheinbar. Von weitem leuchtet der vergoldete Pfau als Wetterfahne auf dem Dachreiter.
Ein Pfau als Zeichen der Verehrung des heiligen Liborius schmückt auch die Stirnseite über dem auf Säulen ruhenden Vordach. Inschriften mit Gebeten und Lobsprüchen für den Stadt- und Bistumsheiligen Liborius sowie Hinweise auf den Erbauer und das Erbauungsjahr 1730 zieren die Kapelle.
Die Kapelle zu Ehren des Bistumspatrons Liborius wurde 1730 vom Dombenefiziaten Johann Büsse in Auftrag gegeben. Der Skulpturenschmuck des Hauptaltares und des Muttergottes-Altares geht dem stilistischen Befund zufolge auf den nachweislich seit 1727 in Paderborn ansässigen Bildhauer Johann Philipp Pütt (* 1700 + nach 1768) zurück, der in Paderborn eine große Werkstatt unterhielt.
Sie diente als Station auf der alljährlichen Libori-Prozession rund um die Stadt. Im Außenbereich fallen zwei barocke Bildstöcke auf: Auf der Ostseite ist die Überführung der Liborius-Reliquien nach Paderborn dargestellt,
auf der Westseite der Besuch des heiligen Martin von Tours am Sterbebett seines Bistumsnachbarn Liborius von Le Mans. Meistens bleibt den Besuchern nur der Blick durch das Gitterfenster unter dem Vordach, um das überraschende Innere zu erkennen. Die schlichte kleine Kirche hat drei kostbare spätbarocke Altäre, die durch eine Türenwand miteinander verbunden sind. Insgesamt sind hier 55 Vollfiguren und 14 geflügelte Engelköpfe zu sehen.
Inschriften
Aus dem Buch „Paderborner Inschriften“ von Paul Michels 1957 :
1730 Liborikapelle, Liboriberg 37
Im Nordgiebel über dem Dach der Vorhalle ist in Sandstein ein Pfau dargestellt, der sein Rad schlägt und auf dessen breiter Brust steht:
„S / LIborIVs / EpIsCopVs / Confessor“
und auf einem Spruchbande, das die Augen der Schwanzfedern halb bedeckt, die Fortsetzung:
„PatrIae ProteCtor et CaLCVLo LaborantIVM PatronVs.“
= „Hl. Liborius, Bischof und Bekenner, Schützer der Heimat und Patron der Steinleidenden.“
Die Großbuchstaben ergeben in bekannter Weise das Jahr 1730.
Unter einem mit den bischöflichen Insignien belegten Zierkissen, auf dem der Pfau steht, halten zwei Putten ein Tuch mit folgender Inschrift:
„Zu den HH. Patrönen / Über diese Stadt undt Landt / O LIBORI, bitte Ich / wöllest halten deine Hand; dan auff Dich sie steuren sich / Überfällt Unß Fewrbrunst Noth, Agatha Unß stche bey / Schrecket Unß der bittre Todt: Barbara nicht von Unß geh / dan: / Dieß Capell zu Eurer Ehr der Ich fäst auff Euch Vertrawt / Ist von Mir auff mein Begehr Mitt Collecten Auff gebawt / Im Jahr 1730 alß zeitlichen Lectore Evan- / gelii der hohen Thumkirchen. Du aber Mein Leser ge- / denke der Wollthäter dieser Capell.“
Bis 1911 war das nördliche Giebelfeld fast ganz ausgefüllt mit Freskomalerei, die nur noch in einer Aufnahme des Denkmalamts der Provinz Westfalen erhalten ist. Weder das Alter der Malerei ist bekannt, noch der Wortlaut der darin enthaltenen Inschrift.
Alte Liborikapelle
Siehe unter : 158 h Jesuiten Collegium, heute: Gymnasium Theodorianum und Theologische Fakultät
Karten
Preußisches Ur-Kataster Paderborn 1830 (Amt für Geoinformationen, Kataster und Vermessung, Paderborn)
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1829-30, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
Kapelle Liboriberg Google-Maps
Kapelle Liboriberg Google Earth
(öffnen und mit rechter Maustaste auf „In Umlaufbahn um diesen Standort kreisen“)
Dokumente
Verweise
Pastorenverbund Paderborn / Marktkirche
www.paderborn.de / Marktkirche
www.wikipedia.org / Marktkirche Paderborn
www.katholisch-in-paderborn.de / Marktkirche
www.baukunst-nrw.de / Katholische Universitäts und Marktkirche St.Franz Xaver
Auskünfte
Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Erzbistumarchiv Paderborn
Erzbischöfliche Akademische Bibliothek
Altertumsverein Paderborn
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.
Sitz im Stadt und Kreisarchiv Paderborn
Die Informationen zu den Häusern der Paderborner Kernstadt werden seit 2023 mit Hilfe des Geschichts-Stammtisch Paderborn „GSP“ erarbeitet.
Auskünfte zu einzelnen Häusern und Höfen erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de
















